Beste Krankenhäuser für die Behandlung von Herzinsuffizienz: Einordnung von Rankings und Spezialzentren
Wie Rankings für Herzinsuffizienz einzuordnen sind
Die Liste „TOP 50: Die besten Kliniken für Herzinsuffizienz“ des Klinik Kompass nennt Häuser mit hoher Behandlungsqualität und führt unter anderem die Charité Berlin, das Klinikum Chemnitz, das Klinikum Osnabrück, das Klinikum Fürth und das Herzzentrum Leipzig auf. Für die Bewertung werden dort Behandlungsfälle, das Pflegekraft-Patienten-Verhältnis und die Patientenzufriedenheit nebeneinandergestellt. Ein offizielles, allein verbindliches Ranking für ganz Deutschland lässt sich daraus jedoch nicht ableiten. 1
Die veröffentlichten Werte zeigen Unterschiede bei den Fallzahlen und bei der Zufriedenheit. Für die Charité Berlin werden 2.121 Behandlungsfälle und 85 Prozent Patientenzufriedenheit genannt, für das Herzzentrum Leipzig 1.094 Fälle und 87 Prozent. Solche Kennzahlen können eine regionale Vorauswahl unterstützen, sagen aber nicht automatisch aus, welches Haus für eine bestimmte Form der Herzinsuffizienz oder für eine konkrete Therapie am geeignetsten ist. 1
| Krankenhaus | Behandlungsfälle | Patientenzufriedenheit |
|---|---|---|
| Charité Berlin | 2.121 | 85 % |
| Klinikum Chemnitz | 1.644 | 83 % |
| Klinikum Osnabrück | 1.319 | 83 % |
| Herzzentrum Leipzig | 1.094 | 87 % |
Warum spezialisierte Herzinsuffizienz-Zentren wichtig sind
Bei fortgeschrittener Herzinsuffizienz ist eine enge Zusammenarbeit mehrerer Fachrichtungen besonders relevant. Dazu gehören Kardiologie, Herzchirurgie, Elektrophysiologie, Intensivmedizin, Transplantationsmedizin und spezialisierte Pflege. Die Deutsche Herzstiftung betont die Bedeutung einer angemessenen Diagnostik und Behandlung im Krankheitsverlauf. Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie verweist zudem auf zertifizierte kardiologische Zentren und spezialisierte Versorgungsstrukturen. 10 11
Das Deutsche Herzzentrum der Charité beschreibt interdisziplinäre „Heart Teams“, die Patientinnen und Patienten aller Altersgruppen mit kardiovaskulären Erkrankungen unterschiedlicher Schweregrade versorgen. Am Campus Virchow-Klinikum werden mehr als 6.000 stationäre Behandlungen und ungefähr 20.000 ambulante Patientenkontakte pro Jahr angegeben. Die Klinik nennt Herzschwäche, Herzklappen- und Rhythmuserkrankungen als Schwerpunkte. 5 6
Ausgewählte überregionale Einrichtungen
Das Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen in Bad Oeynhausen führt ein Zentrum für Herzinsuffizienz und verbindet Kardiologie, Herzchirurgie, Elektrophysiologie und Rhythmologie mit Transplantationsmedizin. Die Einrichtung nennt außerdem Thorax- und Kardiovaskularchirurgie, ein Herzklappenzentrum sowie angewandte Telemedizin als Bestandteile ihrer Struktur. Damit ist das Haus besonders für komplexe Krankheitsverläufe relevant, bei denen mehrere Therapieoptionen geprüft werden müssen. 4
Weitere etablierte Standorte für komplexe Herzinsuffizienz sind laut den vorliegenden Fachinformationen die Medizinische Hochschule Hannover, das Universitätsklinikum Heidelberg, das LMU Klinikum München und das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Die Medizinische Hochschule Hannover informiert über ein Zentrum für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie. Das UKE beschreibt sein Herzzentrum als spezialisierte Einrichtung für schwere kardiologische Erkrankungen. 12 13
- Deutsches Herzzentrum der Charité, Berlin
- Herz- und Diabeteszentrum NRW, Bad Oeynhausen
- Medizinische Hochschule Hannover
- Universitätsklinikum Heidelberg
- LMU Klinikum München
- Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Regionale Zentren mit breitem Leistungsspektrum
Das Herzzentrum Duisburg ist eine zentrale Einrichtung für Kardiologie und Herzchirurgie in der Rhein-Ruhr-Region. Angeboten werden unter anderem die Behandlung von Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen und Herzklappenerkrankungen. Genannt werden außerdem eine zertifizierte Heart Failure Unit, ein Mitralklappen- und TAVI-Zentrum, moderne Herzkatheterlabore sowie eine Intermediate-Care-Einheit für schwer erkrankte Patientinnen und Patienten. 2

Das Universitätsklinikum Würzburg ist in ein Netzwerk aus interventioneller und konservativer Kardiologie, Intensivmedizin, Transplantationsmedizin, dem Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz und Herzchirurgie eingebunden. Die Kardiologie berichtet von jährlich mehr als 5.000 invasiven Eingriffen und über 6.000 behandelten Patientinnen und Patienten auf zwei telemetrisch ausgestatteten Stationen. Diese Angaben beschreiben die Versorgungsstruktur, ersetzen jedoch keine individuelle medizinische Empfehlung. 3
Auch das Evangelische Herzzentrum Coswig bündelt Kardiologie und Angiologie, Herz- und Gefäßchirurgie sowie Anästhesiologie und Intensivmedizin. Die Fachklinik verfügt laut eigener Darstellung über 128 Betten und rund 320 Mitarbeitende. Mit Ausnahme von Herztransplantationen werden dort moderne Diagnose- und Therapieverfahren der kardiovaskulären Medizin angeboten. 8
Welche Kriterien bei der Klinikwahl zählen
Fallzahlen sind nur ein Kriterium unter mehreren. Bei fortgeschrittener Herzinsuffizienz sollte geprüft werden, ob eine Heart Failure Unit, eine 24-Stunden-Kardiologie, Erfahrung mit mechanischer Kreislaufunterstützung und ein Transplantationsprogramm vorhanden sind. Ebenso wichtig sind Elektrophysiologie, Herzchirurgie, Intensivmedizin, strukturierte Nachsorge und die Möglichkeit, Diagnostik und Therapie in einem interdisziplinären Team abzustimmen. 10 14
Für die regionale Suche stehen das Deutsche Krankenhaus Verzeichnis und der AOK-Gesundheitsnavigator zur Verfügung. Das Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen veröffentlicht Informationen zur externen Qualitätssicherung. Solche Quellen können Angaben zu Fachabteilungen und Qualitätsmerkmalen ergänzen. Vor einer Verlegung oder einer planbaren Behandlung sollte die Einschätzung des behandelnden Kardiologen einbezogen werden, insbesondere bei mehreren Vorerkrankungen. 15 16 17
Risiken, Grenzen und laufende Versorgung
Eine Behandlung in einem überregionalen Zentrum bedeutet nicht automatisch ein besseres Ergebnis für jeden Patienten. Entfernung, Transportfähigkeit, Wartezeiten, vorhandene Nachsorge und die Abstimmung mit dem wohnortnahen Arzt können die Versorgung beeinflussen. Auch Rankings können methodische Grenzen haben, weil Fallzahlen, Pflegebewertungen und Zufriedenheitswerte unterschiedliche Aspekte abbilden und nicht unmittelbar die individuelle Prognose messen. 1 15
Bei Kunstherzsystemen, Transplantation oder intensivmedizinischer Behandlung kommen zusätzliche Auswahlkriterien hinzu. Dazu zählen medizinische Eignung, Begleiterkrankungen, Organfunktion und die langfristige Betreuung nach dem Eingriff. Die Europäische Gesellschaft für Kardiologie stellt für akute und chronische Herzinsuffizienz evidenzbasierte Leitlinien bereit. Internationale Rankings wie Newsweek können eine Orientierung liefern, ersetzen aber weder die Prüfung der konkreten Leistungen eines Standorts noch die ärztliche Entscheidung. 18 19
Quellen
- Klinik Kompass: TOP 50: Die besten Kliniken für Herzinsuffizienz
- Evangelisches Klinikum Niederrhein: Herzzentrum Duisburg
- Universitätsklinikum Würzburg: Medizinische Klinik I, Kardiologie
- Herz- und Diabeteszentrum NRW, Bad Oeynhausen
- Deutsches Herzzentrum der Charité: Klinik für Kardiologie am Campus Virchow-Klinikum
- Deutsches Herzzentrum der Charité
- Deutsches Herzzentrum der Charité: Klinik am Campus Benjamin Franklin
- Evangelisches Herzzentrum Coswig
- Sana-Herzzentrum Cottbus
- Deutsche Herzstiftung: Herzinsuffizienz
- Deutsche Gesellschaft für Kardiologie: Zertifizierungen
- Medizinische Hochschule Hannover: Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie
- Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf: Herzzentrum
- European Society of Cardiology: Leitlinie zu akuter und chronischer Herzinsuffizienz
- Deutsches Krankenhaus Verzeichnis
- AOK-Gesundheitsnavigator
- IQTIG: Verfahren der Qualitätssicherung
- Newsweek Rankings: Worlds Best Specialized Hospitals, Cardiology
- gesund.bund.de: Herzinsuffizienz